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Nord Ostsee Kanal nach Cuxhaven – Northsea is calling!

Nord Ostsee Kanal mit dem Segelboot

Moin…

die Crew der SY Irma meldet sich heute zum Sonntag aus Beverwijk/NL, kurz vor den Nordzeesluisen in Ijmuiden.
Wir liegen hier schon seit Freitag Vormittag an einem kleinen öffentlichen Anleger am Ende des Industriehafens unweit des Zentrums.
Warum und weshalb erfahrt ihr am Ende dieses Beitrags. Nun aber erstmal wie versprochen, wenn auch etwas verspätet, Teil 2 der 1. Etappe nach Amsterdam 😊

mttwoch 18. Juli 2018, Brunsbüttel. Der nord Ostsee kanal mit dem Segelboot ist geschafft!

Gestern Abend waren wir nach relativ unspektakulärer Passage des NOK hier im Yachthafen des WSA, direkt unmittelbar neben den Schleusen in die Elbe, angekommen.
Nachdem gestern Abend schon klar war das wir windbedingt bis Donnerstag hier bleiben würden – verholten wir uns erstmal aus unserem Päckchen an den Längsseitssteg, wo wir nun auch unser Landstromkabel anschließen konnten. Auf der Schleusenseite ist dies nicht möglich da keine Säule vorhanden ist.

Den weiteren Tag verbrachten wir mit Einkaufen, kleineren Besorgungen und einer Schleusenführung am Nachmittag durch einen ehrenamtlichen Schleusenführer. Sehr interessant, vor allem wenn man dabei feststellt, dass der Erbau dieser riesigen Schleusenanlage damals Ende des 19. Jahrhunderts schneller ging, als heute die Planung und der Bau einer zusätzlichen 5. Schleusenkammer in Anspruch nimmt. Abends wiederum hatten wir dann ein anderes Boot bei uns längsseits liegen da es wieder voll wurde mit all den einlaufenden Booten.

Donnerstag morgen…

… legten wir nach schneller Morgentoilette, Kaffee im Cockpit und einem kurzen Funkgespräch mit der Schleuse gegen halb acht ab um die paar Meter rüber zur „alten Nord“ zu tuckern. Die Schleusung verlief ruhig und problemlos und entließ uns nach 15min mit Öffnung der Tore raus auf die Elbe.
Draußen empfing uns der Ebbstrom, der bereits leicht setzte und uns nun immer stärker werdend die nächsten knapp 3Std gemütlich die knapp 17NM bis Cuxhaven schieben würde.

Nach gut einem Jahr waren wir nun zurück im Tidenrevier mit seinen Gezeiten und Strömungen. Ab jetzt bestimmt wieder die Tide zu einem großen Teil mit, wann wir irgendwohin losfahren, oder ob wir etwas schneller oder etwas langsamer über Grund vorankommen. Aber es gibt eben auch Tage wie heute, wo die Tide ausschließlich für einen arbeitet und uns einfach in die richtige Richtung mitzieht😉

Nach kurzem prüfenden Blick auf den Windanzeiger im Masttopp war klar, die Windprognose stimmte auf ein paar Grad leider relativ genau und wir würden die Segel unten lassen, da der leichte Wind mit 2-3bft genau in die Elbmündung und somit uns entgegen stand.
Die kurze Distanz nach Cuxhaven verging sehr schnell und kurzweilig.

Die Elbe ist an dieser Stelle eine der meist befahrensten Wasserstraßen Europas, somit hat man einiges an Traffic um sich herum und navigiert quasi permanent auf Sicht und mit Unterstützung des AIS. Wir erreichten die Einfahrt des Amerikahafens in Cuxhaven. Mittlerweile setzte der Strom mit guten 2Knoten, sodass wir bei der Ansteuerung der Engstelle um einiges vorhalten mussten um nicht mit den Wänden der Einfahrt zu kollidieren.

Den Tip mit dem kleinen Vereinshafen des LCF-Cuxhaven hatten wir von Birte & Nico von der SY TamTam bekommen. Danke dafür😉
Direkt nach dem die Leinen fest waren wurde Irma wieder seeklar gemacht. Außerdem bekam sie die erste richtig gründliche Deckswäsche mit „Shampoo“ dieses Jahr.
Im Lübecker Yachtclub war immer nur klares Wasser angesagt bzw. erlaubt. Nach zwei Stunden schweißtreibender Arbeit mit Schrubber und Microfasertuch erstrahlte das Deck in neuem Glanz! 

north Sea was calling!

Freitag morgen war es dann soweit, North Sea was calling! Die Windprognose orakelte ab Mittag gute nordöstliche Winde mit leicht östlicher Tendenz und einer Stärke zwischen 3-4bft, und das für die nächsten 35-40Std. Somit war für uns klar, wir wollten Strecke machen und vorbei an den Ost-bzw. Westfriesischen Inseln bis Den Helder in den Niederlanden segeln. Unter Maschine ging es raus auf die Außenelbe.

Ich merke grade, ich hab schon wieder mehr geschrieben als ich eigentlich wollte. Von daher mach ich mal noch nen Teil 3, bevor es dann wieder aktuell im hier und jetzt weiter geht😉

apropos im hier und jetzt…

Wie oben schon erwähnt liegen wir derzeit seit Freitag Vormittag unweit der Seeschleuse in Ijmuiden in einem kleinen ruhigen Industrieseitenarm des Nordseekanals. Ganz versteckt am Ende fanden wir diesen noch relativ neuen, scheinbar städtischen Holzanleger. Es gibt Strom und Wasser an einer Säule, die man mit einer App freischalten und bezahlen kann. Der Liegeplatz an sich ist kostenlos und wunderbar geschützt.
Dafür fühlt es sich etwas an wie „Robinson im Gewerbegebiet“, da es keine sanitären Anlagen gibt und wir abends mit der Heckdusche draußen duschen. Aber es ist okay!

Natürlich liegen wir nicht so ganz freiwillig schon seit Freitag hier.😉 Die Starkwindprognosen für‘s Wochenende waren dann doch ein ausschlaggebender Punkt der uns hierbleiben ließ. Zwar wird es langsam weniger mit der Windstärke, aber ich denke vor Dienstag bewegen wir uns hier nicht weg und dann auch nur nach Ijmuiden in die Seaport Marina für eine weitere Nacht.

Ab Mittwoch soll der Wind dann endlich nicht mehr mit 4-7Bft. aus Südwest bis West kommen, dafür aber größtenteils komplett einschlafen oder ganz leicht umlaufend werden. Also dann wahrscheinlich unter Maschine oder zumindest mit Motorunterstützung weiter Richtung Belgien? Wir werden sehen was passiert bzw. was uns noch für Wind geschenkt wird.

Stay tuned! 😉⛵️
Johanna & Norman
SY Irma – Beverwijk/NL

PS: Den 3. Teil von Cuxhaven nach Den Helder findest du hier.

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